Römisch-Deutsche Herrscher und Geschlechter

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 Römisch-Deutsche Herrscher und Geschlechter
    

Merowinger: ~481 - 751 - Umbruch von der Antike zum Mittelalter, mit der wichtigsten Reichsgründung in Europa seit der Antike:
Chlodwig I.
, König der Salfranken (Niederrhein), unterwarf die fränkischen und germanischen Völker und bezwang ~486 den letzten (west-) römischen Herrscher in Gallien, Syagrius, in der Schlacht von Soissons. Chlodwig gilt als Begründer des Frankenreichs, mit der Hauptstadt Paris, Er trat zum Christentum über (wahrscheinlich nach seinem Sieg über die Alamannen in der Schlacht von Zülpich).
Karl Martell 688-741, war, vor- und nach mehreren (Erb-) Teilungen und Wiedervereinigungen, als Großvater Karls des Großen, einer der bekanntesten fränkischer "Hausmeier". (
Auszüge (auch unten) aus wikipedia)

Karolinger: Ostfränkische Könige von 751-911
Karl der Große, 768-814 König des Fränkischen Reiches, Enkel des "Hausmeiers" Karl Martell, bekam als erster Westeuropäer seit der Antike, im Jahr 800 vom Papst die Kaiserwürde verliehen. Es war die Geburtsstunde des westlichen mittelalterlichen Kaisertums. Unter ihm, Karl I., erreichte das Frankenreich seine größte Macht und Ausdehnung. Die Residenz Aachen war bis ins 16. Jh.  Krönungsort. Beigesetzt ist er in der dortigen Pfalzkapelle. In seinem Testament hat er eine Reichsteilung unter seinen Söhnen Pippin von Italien, Karl dem Jüngeren und Ludwig dem Frommen, angeordnet. Die beiden erstgenannten starben vor dem Vater und so trat Ludwig I. (Kaiser 813-840) die Nachfolge Karls des Großen an. Er konnte das Reich jedoch nicht überlebensfähig gestalten; 3 Jahre nach seinem Tod wurde es 843 im Vertrag von Verdun an Lothar, Karl dem Kahlen und Ludwig II. dem Deutschen, und 870 / 880 in das West- und Ostfrankenreich (die in etwa den heutigen Ländern Frankreich und Deutschland entsprachen) aufgeteilt.
Unter den Kindern und Nachfolgern Ludwig I. des Frommen gab es Machtkämpfe, Teilungen und neue Verbindungen - wie im Westfrankereich (dem sich Lothringen anschloss), so auch im Ostfrankenreich (das sich später zum Heiligen Römischen Reich entwickelte). Der letzte legitime Ostfrankenkönig war Ludwig IV. das Kind (893-911), Er konnte sich nicht behaupten und starb jung. Um Feinden von außen (Normannen, Ungarn) besser begegnen zu können, die Karolinger hatten an Autorität verloren, einigten sich die Stammesherzoge von Sachsen, Franken und Bayern, gegen den westfränkischen König Karl den Einfältigen, auf den Franken Konrad.

Konradiner: Konrad I. Ostfränkischer König 911-918, konnte sich nicht durchsetzen und unterstützte Heinrich von Sachsen.

Liudolfinger, nach der Kaiserkrönung auch Ottonen genannt: das sächsische Geschlecht regierte im Ostfrankenreich von 919-1024; 
Heinrich I., Herzog v. Sachsen von 912-936 und Ostfränkischer König 919-936 war siegreich nach außen und gilt als erster deutscher König, da er erstmals alle deutschen Stämme (kampflos) in einem Königreich vereinen konnte.
Otto I. Herzog von Sachsen, ostfränkischer (deutscher) König ab 936, König von Italien ab 951, römischer Kaiser 962-973.
Den Beinamen "der Große" erhielt er, nachdem er 955 die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg vernichtend besiegte. Mit der Krönung zum römischen Kaiser 962 in Rom (nachdem er den Papst gegen den aufständischen Italiener Berengar unterstützte) begründete er das erste Deutsche Reich, das, zuerst "Heiliges Römisches Reich" hieß und [ab den ca.15. Jh. mit dem  Zusatz "Deutscher Nation"] ein "Dachverband" über zahlreiche Territorien und deren Landesherren war. Otto stützte seine Macht auf bei ihm ausgebildete Geistliche und Verwalter sowie auf familiäre Verbindungen bis ins byzantinische Reich.
[1806 legte Kaiser Franz II., nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt und des Einzugs Napoleons in Berlin, die Kaiserwürde nieder. Damit, und mit der Gründung des Rheinbundes 1806, in dem 16 deutsche Fürsten einen Bund mit Napoleon schlossen und sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen lossagten, war es aufgelöst]. [Karte / Köpfe des Mittelalters].
Otto II., der Rote (955-983) wurde mit 6 Jahren zum Mitkönig und 967 zum Mitkaiser erhoben. Er schloss die bayerische Linie der Ludolfinger von der Königsherrschaft aus, erlitt herbe Niederlagen gegen die Sarrazenen und Byzanz sowie gegen die Slawen. Er gilt als glücklos, starb mit 28 Jahren in Italien und wurde als einziger deutscher Herrscher in Rom beigesetzt,
Otto III., König ab 983, Kaiser 996, stirbt 1002 kinderlos bei Rom. Er war der letzte der älteren Ludolfinger Otto-Linie. Dem Leichenzug in die Heimat raubt Heinrich, Herzog von Bayern und Ottos Vetter, die "Heilige Lanze", trug den Sarg auf eigenen Schultern und ebnete damit (und auch sonst wohl etwas trickreich), den Weg (zurück zur Königsanwartschaft) zur Königs- und später zur Kaiserkrone.
Heinrich II. der Heilige (973-1024, als Heinrich IV. Herzog von Bayern und Kärnten, 1002 als letzter, aber bayerischer Liudolfinger, zum ostfränkischen König gesalbt, ab 1004 König von Reichsitalien, war von 1014-1024 letzter römisch-deutscher Kaiser aus dem (mit ihm erweiterten) Kreis der Ottonen. Er konzentrierte sich auf das Reichsgebiet nördlich der Alpen und stärkte seinen Einfluss durch Heiraten und Verflechtungen mit der Kirche und Neugründungen von Bistümern, u.a. Bamberg. Dort, im Dom, wurde er auch bestattet (s.u.).
Allerdings war er nicht wirklich ein Heiliger: er hat Versprechen gebrochen, ging keinem Händel aus dem Weg und hat rigoros seinen Willen durchgesetzt; auch unter Mithilfe der Reichskirche - zu beiderseitigem Vorteil!. 

Salier, 1024-1125: Das fränkische (bayerische) Adelsgeschlecht stellte, nachdem die sächsischen Herrscher ausgestorben waren, vier Kaiser: Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. (Investiturstreit (Machtkämpfe, u.a. Einsetzung der Bischöfe, Trennung Staat und Kirche, Zölibat; 1077 Gang nach Canossa zu Papst Gregor VII. - s.u. Bamberg). Heinrich V., ab 1099 röm. Mitkönig, nahm Papst Paschalis II. 1111 gefangen, um ihm die Kaiserkrönung abzunötigen. Er akzeptierte dann 1122 (Wormser Konkordat), dass nur Geistliche Bischöfe wählen. Er starb 1125 kinderlos. Das Reich erreichte unter den Saliern die größte mittelalterliche Ausdehnung (bis Italien, Ungarn, Lothringen, Burgund) und die weltlichen Fürsten gewannen an Macht. Die Salier sind im Dom zu Speyer begraben.

Supplinburger: Lothar III., Herzog v. Sachsen, röm. König ab 1024, röm. Kaiser 1133-1137

Staufer, 1138-1254, verwandt mit den Saliern, setzten sich im Schwäbischen ab dem späten 11.Jh. gegen die Welfen durch;
Konrad III. unternimmt als italienischer, burgundischer und röm. König einen erfolglosen (2.) Kreuzzug;
Friedrich I, Barbarossa, Kaiser ab 1155-1190 unternimmt mehrere Italienzüge und den 3. Kreuzzug; er ertrinkt in Kleinasien.
Friedrich II., seit 1212 röm. König, 1225 König von JerusalemIm (5. Kreuzzug) wird 1220-1245 röm. Kaiser, V1250.
In die Zeit der Staufer fällt die Blütezeit hochmittelalterlicher Kultur, Literatur und Architektur, aber auch Konflikte in Italien und mir den Päpsten. Im Kampf um den Vorrang geistlicher oder weltlicher Macht belagert Friedrich II. Rom. Nach dem Tod Friedrich II. verloren die Staufer an Macht, 1268 wurde Konradin in Neapel enthauptet. Auch die Staufer wählten den Speyerer Dom als Begräbnisstätte.

Welfen: Otto IV. von Braunschweig röm. König ab 1198, war vor dem Staufer Friedrich II. röm. Kaiser 1209-1218. Er wurde 1211 durch Pabst Innozenz III. gebannt

Interregnum - die kaiserlose Zeit, nachdem Friedrich II. 1245 durch Papst Innozenz IV. abgesetzt wurde bis zur Wahl Rudolf I. 1273.

Habsburg und Nassau: 1273-1308; Röm.-dt. Kauser: Rudolf I. von Habsburg, Adolf von Nassau, König Albrecht I. von Habsburg.

Luxemburger und Wittelsbacher: 1308-1437 röm.-dt. Könige und röm. Kaiser, auch Böhmen Österreich, Brandenburg, etc.. U.a.
Karl IV. von Luxemburg, röm. Kaiser 155-1378, dt. König, König von Böhmen, -Burgund, -Lombardei, Goldene Bulle, Er betrieb eine ausgeprägte Hausmachtpolitik, erwarb Schlesien, die Lausitz, machte Prag zur Haupt- und Universitätsstadt.
Sigismund von Luxemburg, röm. Kaiser 1433-1437: Hussitenkriege, Konzil v. KonstanzÜberwindung des Abendländischen Schisma.

Habsburger: ein österreichisches Fürstengeschlecht, eine der mächtigsten europäischen Dynastien seit dem Spätmittelalter, benannt nach ihrer schweizer Stammburg, 1438-1740 röm.-dt. Könige und röm. Kaiser, auch Österreich, Böhmen, Ungarn, Kroatien, u.a.:
Karl V.: u.a. Erzherzog v. Österreich, König v. Spanien u. Lombardei, Vizekönig v. Peru und Neuspanien, Kämpfe gegen Frankreich, Italien und gegen die Türken, auch gegen die Reformation: Schmalkaldischer Krieg,  "In meinem Reich geht die Sonne nicht unter",
Joseph I. röm. Kaiser 1705-1711: Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714 gegen die Bourbonen um die Nachfolge Karl II. v. Habsburg; es kam zur Teilung der Habsburger Besitztümer in Europa und Amerika in die spanische und österreichische Linie.
Karl VI. röm. dt. König und Kaiser 1711-1740: "Pragmatische Sanktion", Türkenkrieg (Prinz Eugen), verlor die spanische Krone aber Österreich bekam die span. Besitztümer in den Niederlanden und Italien, er förderte die Wirtschaft (Merkantilismus) und reformierte Verwaltung und Militär. Be- und Umsiedlungen in eroberte Gebiete (Donauschwaben / Siebenbürgen). Er gilt als Judenfeind. 
Der Reichsgedanke verlor an Bedeutung.

Wittelsbacher: ein Hochadelsgeschlecht das in Bayern von 1180-1918 regierte; Sie stellten 3 deutsche Könige bzw. Kaiser: Ludwig der Bayer, Ruprecht von der Pfalz und Karl VII: 1742-1745 röm.-dt. König und Kaiser. Österreichischer Erbfolgekrieg als die Tochter von Karl VI., Maria Theresia, den österreichischen Thron bestieg; darauf folgten u.a. die Schlesischen Kriege.
 
 wird fortgesetzt. u.a.
 Habsburg-Lothringen 1745-1806 röm.-dt. Könige und röm. Kaiser
 Hohenzollern


 

  

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