Forchheim, Annafest und Altstadtrunde

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Wanderung am 29. Juli 2026 -  Wanderstrecke ca. 6 km

Teilnehmer: Achim, Henry, Pit, Roland, Udo


Ob es mit dem Bier auf Hawaii immer noch so schlecht aussieht? Forchheim war uns sicherer 😉

So wie in jedem Jahr, zieht es uns auch in diesem Juli wieder zum Annafest, ...
 ... einem der ältesten, schönsten und traditionsreichsten Volksfeste in ganz Bayern. Es verwandelt den berühmten Forchheimer Kellerwald jedes Jahr im Sommer in eine riesige Festlandschaft, mitten in einem schattigen Eichenwald mit 23 historischen Bierkellern (Video). Rund 15 verschiedene fränkische Brauereien schenken süffiges, extra gebrautes Annafestbier aus. Es gibt Live-Musik von zünftiger Blasmusik bis hin zu moderner Rock- und Popmusik. Dazu kommen über 70 Schausteller und Fahrgeschäfte – das Wahrzeichen ist das große Riesenrad mit Blick über den Wald (Wikipedia).

Das Fest hat seine Wurzeln im Jahr 1840 und entstand aus drei Dingen:
1. Wallfahrer pilgerten jedes Jahr am 26. Juli zur heiligen Anna (Annakirchlein). Auf dem Rückweg rasteten sie im kühlen Kellerwald.
2. In den Sandsteinhöhlen im Wald lagerten die Brauer ihr Bier bei konst. 6–10 Grad. Dieses reichte man den Pilgern zur Erfrischung
3.
Die königliche Schützengesellschaft verlegte 1840 ihr Hauptschießen zu Ehren der Heiligen Anna in den Wald.
Schon am Tag vor dem Anstich (Freitag 17°°) zieht es die Einheimischen zur traditionellen Schlachtschüssel auf die Keller. Und am Samstag gibt es den traditionellen Festumzug mit Musik, Bierkönigin und Trachtenvereinen durch die Stadt hinauf zum Kellerwald.

Gestartet sind wir in Forchheim Nord und unser Weg führte durch das Weihergebiet, das wir von unserer Wanderung am 01.10.2025 noch in guter Erinnerung hatten. Leider mussten wir feststellen, dass die Hitze, die uns schon am Vormittag beim Marsch durch das wenig Schatten bietende Gelände, zusetzte, dazu beigetragen hat, die meisten der Weiher trocken zu legen (und wie wir später im schattigen Wald sahen, auch die kleinen Bächlein). El Nino ist wieder da!

Unser heutiges Ziel war der "Greif-Keller" - aufgrund einer Empfehlung unseres Fahnenflüchtlings Karsten. Offensichtlich haben aber auch andere Besucher vom "World Beer Award" gelesen, denn auf dem relativ großen Keller war kein einziger Tisch zu haben. Also lassen wir uns auf dem Keller gegenüber nieder: auch das Bier vom Hebendanz kann man trinken und auch die Speisen entsprechen dem, was man von einem Anna-Fest-Essen erwartet (Roland sollte der Kellner aber besser nicht nach seiner Meinung fragen, jedenfalls dann nicht, wenn er Schäuferla gegessen hat).

Nach einer guten Stunde geht es weiter zu einem Rundgang durch den nördlichen Teil der historischen Altstadt. (Roland verlässt uns vorher - offensichtlich ist ihm sein Schäuferla nicht bekommen 😒).
Vor der Beschreibung der heute "gesehenen" Sehenswürdigkeiten (soll heißen: so ausführlich wie beschrieben, haben wir sie nicht erkundet, dazu war es zu heiß), sei festgehalten, dass unsere Tour, wie fast immer, im Eis-Café Garda endet.

(Bei "Route ... Download" kann die tatsächlich gelaufene Strecke mit 6,3 km wie oben gezeigt - sowie die bereinigte Strecke mit 5,8 km wie dort gezeigt (und ein kompletter Rundgang durch Forchheim, mit Sehenswürdigkeiten über die Altstadt hinaus), beide mit WPs - runtergeladen werden).

Forchheim besitzt eine wunderschöne, historische Altstadt [Karte1, Karte 2, Karte 3], die als denkmalgeschütztes Gesamtensemble zu den ältesten und beschaulichsten Ortskernen in Franken zählt. Das Stadtbild ist geprägt von mittelalterlichem bis barockem Charme, gepflasterten Gassen und prächtigen Fachwerkbauten. Da die historische Innenstadt sehr kompakt ist, lässt sie sich wunderbar zu Fuß erkunden (die Top 5?).

Leider erreicht man sie vom Kellerwald aus nur nach einem etwas ermüdenden Marsch über die bei heißem Sommerwetter endlos erscheinende Piastenbrücke über die Bahnschienen; denn leider haben die Forchheimer Stadtväter die ansonsten hier fahrenden Busse in die Sommerpause geschickt und die extra fürs Annafest eingesetzten Busse pendeln nur zum Bahnhof und zu verschiedenen Parkplätzen - was ja sehr lobenswert ist, aber die Gäste, die auch die schöne Innenstadt besuchen wollen, müssen den Haatscher in kauf nehmen (oder eine 1/2-stündige Bus-Fahrzeit mit Umsteigen).

Gleich hinter der Brücke überqueren wir den Alten Friedhof, überqueren die Birkenfelderstraße und betreten den Stadtpark in der sogenannten „hohlen Dernbach-Bastion“. Der Le Perreux Park (benannt nach einer Partnerstadt) verbindet auf einzigartige Weise Natur und Geschichte. Wo einst Teil der mächtigen Festungsanlage war, lädt heute eine grüne Oase zum Verweilen ein. Ein Fußweg führt direkt auf die erhaltenen Festungsmauern hinauf. Den nehmen wir nicht, wir gehen gleich nach dem Betreten des Parks nach rechts und laufen außerhalb der Festunsanlage an der Mauer entlang.

Die Festung bestand ursprünglich aus zehn Bastionen, die über Verbindungsmauern (Kurtinen) miteinander verknüpft waren.
Die stattliche Wehranlage wurde Mitte des 16. Jh. nach italienischem Vorbild erbaut und hat dem 30-jährigen Krieg standgehalten.
Mit dem Bau der Bastionen im französischen (Barock-)Stil wurde sie im 18. Jahrhundert vollendet.
Die h
istorischen Festungsmauern umschließen das Areal noch heute und zeigen alte bischöfliche Wappen.
Von der ab 1552 erbauten Anlage sind noch rund 1,5 Kilometer der mächtigen, teils begehbaren Wallanlage erhalten.
Die Wälle und Bastionen (ein interessantes Video) erstrecken sich, mit dem historischen Nürnberger Tor im Süden, vom Bereich der Bamberger Straße bis zur Martinsschule.

Heute ist, nach Abrissen im 19. und 20. Jahrhundert, noch etwa 1/3 der barocken Anlage erhalten - sie prägt das städtische Grün.

(Hohle)-Dernbach-Bastion: Sie wurde 1675 erbaut, nachdem die Stadt im Dreißigjährigen- und im vorausgegangenen Markgrafenkrieg Schwachstellen offenbarte. Die "hohle" Bastion besaß im Inneren Verteidigungsräume, gewölbte Gänge (Kasematten) oder tiefer gelegene Höfe. (Eine "volle" Bastion wurde mit Erde & Schutt aufgeschüttet, um Kanonenbeschuss maximale Masse entgegenzusetzen).

Die Zwingerbastion (mit den „Fünf Toren“) erreichen wir über die Bamberger- und die Von-Brun-Str. (Die Fünf Tore wurden anlässlich des 1000-jährigen Bestehens des Bistums Bamberg aufgestellt. Sie stehen für den Übergang von Raum, Zeit, Vergangenheit und Zukunft) Die Zwingerbastion, oder St. Valentini(e)-Bastion (benannt nach Fürstbischof Valentin) und der umliegende Stadtgraben mit seinen malerischen Ecken, laden zum Spazierengehen und zum Verweilen ein.

Über die Sattlertorstraße, nahe des Mahnmals zum DDR-Grenzzaun und des historischen Sattlertores (oder Saltorturm), des einzig erhaltenen mittelalterlichen Wachturms aus dem 14. Jh. (er verlor seine Bedeutung mit dem Ausbau Forchheims zur Festung) erreichen wir die Kaiserpfalz.

Die Kaiserpfalz (Video), in der sich das Pfalzmuseum befindet, ist ein bedeutendes Baudenkmal aus dem 14. Jh., das den Bamberger Fürstbischöfen als Residenz diente. Bekannt ist es vor allem für seine wertvollen, gotischen Wandmalereien.
Das spätmittelalterliche Schloss ist einer der bedeutendsten Profanbauten in Süddeutschland und beherbergt heute mehrere Spezialmuseen zur Archäologie, Stadtgeschichte und Trachtenkunde.

Historisches Rathaus & Rathausplatz: Das spätmittelalterliche Ensemble aus dem Jahr 1402 gehört zu den schönsten Fachwerkbauten in Deutschland. Kunstvoll, im Stil der Spätgotik geschnitzte Figuren befinden sich an den Balkenköpfen und im Gebälk der berühmten Fachwerkfassade des Gebäudekomplexes Das berühmteste Schnitzwerk ist der „Forchheimer Mauerscheißer“ im Gebälk des Magistratsbaus, der potenziellen Angreifern sein entblößtes Hinterteil entgegenstreckt.
(
Im Innenraum des Rathauses findet man weitere historische Höhepunkte, wie den großen und kleinen Rathaussaal sowie eine markante hölzerne Wendeltreppe aus einem einzigen Eichenstamm).
(Nach einer Generalsanierung soll das
Historische Rathaus
plangemäß im Laufe des zweiten Halbjahres 2026 als "Haus der Begegnung" wieder in Betrieb genommen werden).

Wer Forchheim in der Adventszeit besuchen möchte, der findet hier Anregungen zu einem Rundgang.

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